
Was tun mit den Grünflächen um Kirche und
Gemeindehaus? Sind sie eher ungeliebte Flecken, die ab und zu gerodet
werden müssen? Die Horstedter
Johannes-der-Täufer-Kirchengemeinde entschloss sich, ein
Dorferneuerungsprogramm als Anlass für die Neugestaltung ihres
Außengeländes zu nutzen. Sie wollte damit eine
positive Außenwirkung der Gemeinde erreichen. Wenn man das im
Bibelgarten ausgelegte Gästebuch liest, wird deutlich, dass
dieses Ziel erreicht wurde: Mit lobenden Worten wie
„liebevoll“ und „phantasievoll
angelegt“ wird nicht gespart. Die Besucher können
offenbar das Ehrenamtliche Engagement würdigen, die hinter
einem solchen Projekt steckt. Man dankt der „so
aktiven Gemeinde“ und freut sich über ihre
Lebendigkeit. Ein Bibelgarten wirkt offenbar in ungeahntem
Maße als Visitenkarte. Er bietet die Möglichkeit die
Kirchengemeinde zu präsentieren und so eine weitere
Tür zur Kirche zu öffnen.

In Horstedt ist der Bibelgarten thematisch mit dem Namen der
Kirchengemeinde verknüpft. Auch dort spielt Johannes der
Täufer eine zentrale Rolle. Mit Hilfe des Architekten und
Gartenplaners Hermann Dunkler-Gronwald ist es gelungen,
Gebäude und Außenraum in Einklang zu bringen und in
die umgebende Landschaft einzubinden. Die Wieste-Niederung, in der
Horstedt liegt, ist eine Region der Kräuteranbaus.
Kräuter der Bibel spielen deshalb eine wichtige Rolle, z.B. im
Bereich des „Gelobten Landes“. Dieses
„Gelobte Land“ ist eine von 13 Stationen, die man
entlang von zwei kreisförmigen Wegeverläufen finden
kann. Man beginnt bei der Schöpfung und endet bei Pfingsten.
Die Botschaften der Bibel werden durch Pflanzen mit Bibeltextstellen
und symbolhafte Darstellungen wie Skulpturen nahe gebracht.
Bei der Entstehung war Inspiration (von 'spiritus' – Heiliger
Geist) zu spüren. Die theologischen Stationen waren von den
Pfarrern der Gemeinde vorgegeben. Hermann Dunkler-Gronwald zeichnete
zwei Kreise für Altes und Neues Testament und
plötzlich ergab sich eine Art Herz. Das fand die Gemeinde
einleuchtend: Die Liebe Gottes hört nicht auf, sie ist im
Alten Testament schon da gewesen und ist immer noch da. Im Mittelpunkt
des Wege-Herzens im Garten steht ein Holzstoß, der jedes Jahr
am 24. Juni, dem Tag des Täufers, entzündet
wird.

Nur ein Jahr nach der Anlage des Bibelgartens gestaltete die Gemeinde
in bewährter Zusammenarbeit auch ein angrenzendes
Grundstück, renovierte eine alte Klause und legte dahinter
einen Labyrinthgarten an. Das Labyrinth symbolisiert den Weg des
Menschen im Glauben: Mal ist er beim Gehen näher, mal ferner
beim Zentrum des Lebens. In der Mitte befindet sich ein Pilgerstein, in
dessen Innerem man Halbedelsteine finden kann.

Der Bibelgarten und der Labyrinthgarten sprechen den Besucher und auch
die Mitglieder der Kirchengemeinde mit allen Sinnen an, laden ein sich
zu öffnen, ins Buch der Bücher zu schauen
und eine Kirche immer wieder zu besuchen. Jede Kirchengemeinde ist
unverwechselbar und hat besondere Potentiale, die in einen
individuellen Entwurf für den Bibelgartens
einfließen.
Mithilfe eines Architekten wie Hermann Dunkler-Gronwald
(www.Architektur-Gartenraum.de)
findet man auch bei begrenzten
finanziellen Mitteln gute Lösungen. Der Entwurf und das
Umgestaltungskonzept sind hier der Schlüssel für die
Gewinnung von Helfern für Eigenleistungen, Spendern und
für die Beantragung von Förderungen. Das ist die
Erfahrung von Horstedt.