Bibelgartengeschichte

Bibelgärten gibt es in Deutschland erst seit den 90er Jahren. Wie und warum es dazu kam, erfordert einen Blick in die Geschichte der Botanik.

Die exakte Botanik als Voraussetzung für Bibelgärten
Erst seit man Pflanzen exakt botanisch bestimmen kann, kann man sich sicher sein, ein biblisches Original vor sich zu haben. Der berühmte Botaniker Carl von Linné schickte mit finanzieller Unterstützung von schwedischen Wissenschaftlern, darunter auch Theologen, seinen Schüler Frederik Hasselquist, die Flora Palästinas zu erkunden. Hasselquist reiste in den Jahren 1749 - 1752 von Ägypten über Arabien und Palästina nach Smyrna, wo er 1752 verstarb. Seine Ergebnisse benutzte Carl von Linné dazu, der Königlich-Schwedischen Bibelkommission Vorschläge zur Übersetzung von Pflanzennamen zu machen.

Die erste Bibelpflanzenausstellung 1884 in den USA
Der biblisch interessierte Direktor des Botanischen Garten in St. Louis/Missouri, Henry Shaw, arrangierte bereits im Jahr 1884 die erste Bibelpflanzenausstellung. Da sie beim Publikum sehr beliebt war, wurde sie oft gezeigt und besteht in veränderter Form bis heute. Die Idee griff der New Yorker Botanische Garten auf und zeigte bei der "International Flower Show" im Jahr 1940 eine Bibelpflanzenausstellung, die bald Nachahmer fand. Die ersten Bibelgärten in den USA entstanden ab diesem Jahr, z.B. der "Master´s Garden" der methodistischen "Wayfarer Church" in Kalifornien.

Bibelgärten in Deutschland
Auch in England und Deutschland verbreitete sich die Bibelgartenidee zuerst über die Botanischen Gärten und dann über Gartenschauen. 1979 wurde der Botanische Garten in Hamburg Klein-Flottbek angelegt, bereits mit einem kleinen Bibelgarten. Aber erst durch einen Kooperationsvertrag mit dem Botanischen Garten in Jerusalem und durch das Engagement des Fachgärtners Volker Struß entwickelte sich in Hamburg ein faszinierender Bibelgarten: In der heutigen Form enthält er Pflanzen aus biblischen Gleichnissen, aus dem Hohen Lied und einen Weg mit Pflanzen zum Leben des Propheten Mose. 1995 waren Bibelpflanzen Teil des Kirchengartens rund um eine Gläserne Kirche auf der BUGA in Cottbus. Die Idee wurde von Bibelgärten bei Kirchengemeinden aufgegriffen. Ein wichtiger Impuls war auch der 1996/7 angelegte Bibelgarten beim Nordelbischen Bibelzentrum in Schleswig. Es wurde deutlich: Bibelgärten eröffnen einen ganz neuartigen, nämlich kulturgeschichtlichen Zugang zur Bibel.

 

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